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Studienreise Porto
vom 30. August bis 3. September 2006


Seminarleiter
Willi Gutmayer

porto

Mittwoch, 30. August 2006

Um 9:30 Uhr trafen wir uns am Flughafen Wien Schwechat. Nach herzlicher Begrüßung und dem gemeinsamen Check-in ging es zunächst zu „Wine & More“, wo uns Frau Hölzl (Geschäftsführerin) als Einstimmung auf die Reise Vau Vintage Port von Sandeman präsentierte, der uns „Lust auf mehr“ verspüren lies.
Nach einem angenehmen Flug mit Zwischenstop in Palma de Mallorca nach Porto trafen wir nach einer kurzen Busfahrt um ca. 17 Uhr im Hotel da Bolsa*** ein.

Kurz nach dem Check-in gingen wir gemeinsam über die berühmte Stahlbrücke, die Porto mit Vila Nova de Gaia verbindet und die ein Schüler Eiffels geplant hat, zu unserem ersten Besuchstermin in die Kellerei Niepoort.

Kellermeister Nicholas Delaforce erwartete uns bereits am Eingang des Kellers und führte uns durch den 1842 gegründeten Betrieb, der für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugängig ist. Besonders faszinierte uns der alte „Tastingroom“, welcher uns in eine Zeit versetzte, die schon mehr als ein Jahrhundert zurückliegt. Nicht nur die gesamte Kelleranlage mit den hunderten alten Pipes (550 Liter Fässer), sondern auch die kleine Flaschenfüllanlage lies uns in die Vergangenheit blicken. Sehr beeindruckend und einzigartig ist der Keller mit den tausenden mundgeblasenen Glasflaschen „Demi-Johns“, die je 7 bis 11 Liter Garrafeira Port aus längst vergangenen Dekaden und Jahrhunderten beinhalten.

Der Wein verbringt zunächst 3 bis 6 Jahre im Holz und wird dann als Jahrgangswein in die Großflaschen zur Reifung abgefüllt. Kein anderes Portweinhaus betreibt diese Sonderform der Portreifung, die auch von den Behörden gesetzlich anerkannt und geregelt ist. Nach dem ersten Teil der Führung ging es atemberaubend eine Kelleretage tiefer in den Degustationskeller, in dem auch eine Korkenziehersammlung zu bewundern war. Bei der anschließenden Verkostung verschiedener Jahrgang- und Tawny-Ports konnten wir die Aromavielfalt der Weine kennen lernen.

Nach dem Besuch bei Niepoort wurden unsere Gaumen im Restaurant Dom Tonho am Cais de Gaia mit einem hervorragenden portugiesischen Abendessen verwöhnt. Der Blick von der Restaurantterrasse auf die Skyline von Porto verwöhnte auch unsere Augen.
Der Abendausklang fand dann im Altstadtzentrum von Porto statt.

Donnerstag, 31. August 2006

Vor unserem Besuchstermin um 10:30 Uhr im Portweininstitut nutzten die Frühaufsteher unserer Gruppe den Morgen zu einer Erkundigungstour in der Altstadt. Porto liegt direkt an der Mündung des Rio Douro und hat ca. 320.000 Einwohner.

Der Großraum Portos zählt etwa 1,610.000 Einwohner und ist ein wichtiger Industriestandort des Landes. Im Altstadtzentrum, das 1996 von der UNESCO in die Weltkulturerbe-Liste eingetragen wurde leben nur 24.000 Einwohner. Das Stadtzentrum liegt am Nordufer des Douro, Vila Nova de Gaia mit den bekannten Portweinkellereien liegt gegenüber am Südufer des Flusses.
Im Instituto dos Vinhos do Douro e do Porto (IVDP) wurden wir von Dr. Paulo Russel-Pinto (Koordinator für Marketing und den internationalen Markt) sowie der Leiterin der Marketingabteilung Maria Cabral begrüßt. Nach einer kurzen Präsentation und einem Videofilm über Port führte uns Herr Manuel Pinto, Leiter der Verkostungskommission in die historische Bibliothek des Hauses, in der anschließend die Aufgaben des IVDP, die gesetzlichen Bestimmungen der Porterzeugung sowie die Kontroll- und Verkostungskriterien erörtert wurden. Gleichzeitig wurde auch eine abgestimmte Portweinverkostung zu den einzelnen Qualitäten bzw. Portkategorien durchgeführt.
Im Anschluss hatten wird die Möglichkeit die verschiedenen Labors und Degustationsräume im Institut zu besichtigen.

Zum Mittagessen wurden wir in die Börse von Porto eingeladen. Der Vorstand unseres Verbandes konnte die Gelegenheit nützen, die weitere Zusammenarbeit mit dem IVDP festzulegen. Es wurde vereinbart, ab 2007 Vorträge und Verkostungen über Portwein in Zusammenarbeit mit der „Portugiesischen Handelsdelegation“ Wien, in den Tourismusschulen Österreichs anzubieten.

Am Nachmittag stand der Besuch bei Sandeman in Vila Nova de Gaia am Programm. Die offizielle Begrüßung erfolgte von Ligia Marques (Brand Ambassador), Vasco Magalhaes (Wine Communication) und Catarina Soares (International Sales). Sandeman gehört zum Getränkekonzern SOGRAPE. Zu diesem Unternehmen gehören auch die Marken Offley (Forrester) und Ferreira Port sowie die Marke Matheus Rosé. Weiters Weinkellerein in Portugal und die 300 Hektar große Finca Flichman Winery in Mendoza, Argentinien.
Das umfangreiche und beeindruckende Besuchsprogramm beinhaltete die Besichtigung der Sandeman Lodges und die Kellerein im oberen Stadtteil von Gaia, das Sandeman Portweinmuseum sowie eine Portweinpräsentation und Verkostung mit Herrn Magalhaes.
Der Aperitifempfang fand auf dem eigenen Firmenboot während einer Fahrt entlang der Altstadt bis zur Mündung des Rio Douro statt.
Nach der Schifffahrt wurden wir zu einem exzellenten Abendessen mit Weinbegleitung eingeladen. Dieses Dinner wurde uns im großartigen Ambiente der Sandeman Keller präsentiert.

Die Einladung an diesem Nachmittag bzw. Abend bei Sandeman hat bei allen Reiseteilnehmern einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen.

Freitag, 1. September 2006

Nach dem Check-out wurden wir um 8 Uhr von Mario Pinto, Marketingdirektor von Corticas Unipessoal abgeholt und fuhren mit dem Bus zur Korkfabrik Silva, Nähe Pacos de Brandao ca. 30 Kilometer südlich von Porto.

Die Silva-Gruppe zählt zu den innovativsten und modernsten Korkfabriken mit hohem Qualitätsbewusstsein. Ausschließlich Champagner- / Sektkorken bzw. Korken für Weinflaschen werden in diesem Unternehmen erzeugt. Wir konnten bei der Führung durch die Fabrikhallen den gesamten Produktionsprozess von der rohen Korkrinde bis zur Qualitätskontrolle des fertigen Korken genau mitverfolgen.
Nach ausführlichen fachlichen Diskussionen mit dem Produktionsleiter fuhren wir ins Dourotal, der ältesten DO – Region Europas.

Das Dourotal ist eine der außergewöhnlichsten Weinbauregionen der Welt, in der seit der Antike in atemberaubenden Lagen Weinbau betrieben wird. 1756 wurde die erste kontrollierte Ursprungsbezeichnung der Welt für Wein eingeführt, 99 Jahre vor der vielzitierten Klassifikation von Bordeaux. Sabastian de Carvalho war ein Vordenker des Qualitätsweines und Gründer der Companhia Geral, aus der 1933 das Instituto do Vinho do Porto (IVP) hervorging, heute IVDP.
Während der Fahrt entlang des Douro zur Quinta da Nápoles von Dirk Niepoort bei Santo Adriao, konnten wir uns von der vielzitierten Schönheit des Weinbaugebietes überzeugen und das herrliche Wetter trug sein übriges dazu bei.

Pünktlich um 13 Uhr erreichten wir die in einem Seitental an einer Anhöhe gelegene Quinta, wo hauptsächlich Tafelweine produziert werden. Hier erwartete uns Önologe Luis Seabra, der uns die Produktionsanlagen zeigte, sowie die Philosophie der Weinproduktion im Douro und im Besonderen die des Hauses Niepoort näher brachte.
Im Dourotal dreht sich alles um die Lage und nicht um reinsortige Weine. Weit über 40 autochthone Rebsorten wie Touriga Nacional, Tinta Francesca (Franca), Tinta Cao, Tinta Roriz, Tinta Barroca, Tinta Amarela und viele nicht mehr identifizierbare Rebsorten findet man meist im gemischten Satz ausgepflanzt. Im Gegensatz zu den Weingärten für Portwein werden für die Tafelweine die kühleren Nordlagen bevorzugt, weil sie feinere elegantere Weine hervorbringen. Niepoort hat 1991 mit dem Redoma, 1999 mit dem grandiosen Rotwein Batuta und 2000 mit dem Vertente Akzente im Stillweinbereich gesetzt und eine Revolution für trockene Douroweine eingeläutet. Traditionell werden auch die Trauben für die Tafelweinproduktion in den Lagares, den Maischbecken aus Granitstein mit den Füßen gemaischt. Beim anschließenden Mittagessen, das vorzüglich von den beiden Köchinnen des Hauses zubereitet wurde, konnten wir mit Luis Seabra die ausgezeichneten Weine probieren.

Der nächste Programmpunkt führte uns zu Lavradores de Feitoria in Sabrosa.
In der Vergangenheit lieferten viele Winzer, die meist nur bis einen Hektar Weingarten besitzen, ihre Trauben an die großen Portweinhäuser. Heute versuchen mehr und mehr Kleinbetriebe die gesamte Wertschöpfung selbst in die Hand zu nehmen. Um diesen schwierigen Weg leichter meistern zu können, haben sich zur Jahrtausendwende 15 Winzer zur Vereinigung „Lavradores de Feitoria“ zusammengeschlossen. Bauern, Manager, Traubenproduzenten und adelige Visionäre haben in kurzer Zeit ein beachtliches Projekt kreiert, das großen Erfolg und interessante Weine produziert. Nach einem Rundgang durch die modernste Kellerei im Douro konnten wir mit den beiden Kellermeistern diese Weine verkosten.

Auf unserer Rückfahrt nach Peso da Régua besichtigten wir in Vila Real das kulturhistorische Highlight „Solar de Matheus“ (Casa Matheus). Der historische Palast von Matheus ist namensgebend für den berühmten Matheus Rosé, hat aber heute nichts mehr damit zu tun. Ganz im Gegenteil: de Conde Fernando Albuquerque ist der Präsident der Vereinigung „Lavradores de Feitoria“, die auch ihren offiziellen Sitz in der Casa Matheus hat.
Bei einer Sonderführung für unsere Gruppe konnten wir das Schloss, die Kirche, den Weinkeller sowie die beeindruckende Gartenanlage, die durch ihre Schönheit zum längeren Verweilen eingeladen hätte, besichtigen.
Nach einem langen und anstrengenden Reisetag trafen wir kurz nach 8 Uhr in unserem Hotel „Regua Douro“ ein. Nachdem wir unsere Zimmer (alle mit Blick auf den Dourofluss) bezogen hatten, trafen wir uns nach einem kurzem Spaziergang zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant Douro In.

Samstag, 2. September 2006

Eine kurze Busfahrt führte uns an das linke Ufer des Douro zur Quinta da Casa Amarella in der Nähe von Lamego gelegen.
Das kleine, etwa 16 Hektar große Weingut ist ein Geheimtipp im Douro. Es ist ein sympathisches, traditionelles Haus mit hervorragenden Portweinen und ausgezeichneten Stillweinen.
Die seit 1885 in derselben Familie befindliche Quinta wird von der Besitzerin Laura Valente Regueiro persönlich geleitet. Die charmante Dame des Hauses erklärte uns mit großem Enthusiasmus die Philosophie des Hauses. Nach der Verkostung von 3 beachtlichen Portweinen hatten wir die Möglichkeit zur Besichtigung der Kelleranlagen sowie der Weingärten um das Anwesen. Mit der Ernte 2000 wurden auch erstmals Stillweine mit der Bezeichnung DOC (Denominacao de Origem Controlada) vinifiziert, Die Trauben werden traditionsbewusst im Lagar gemaischt und die Weine im Barrique ausgebaut.
Im Anschluss an die Führung hatten wir die Gelegenheit bei einem typischen portugiesischen Mittagessen diese hervorragenden Weine zu probieren.
Nach einer verzögerten Abreise fuhren wir nach Pinhao und durchquerten dabei ein imposantes Nebental des Douro. Für uns zum Teil unvorstellbar, Weinbau in diesen extremen Lagen zu betreiben.
Mehr als eine Stunde verspätet trafen wir auf der Quinta de la Rosa ein. Nach einer improvisierten Weinverkostung gab es noch die Möglichkeit einer Kellerführung. Ein Teil der Gruppe entschloss sich zu einem Spaziergang zur Schiffanlegestelle nach Pinhao.

Bei der anschließenden Schifffahrt von Pinhao nach Régua konnten wir nochmals bleibende Eindrücke von diesem beindruckenden Weinbaugebiet erfahren. Nach der Passage einer Schleuse kurz vor Régua legte das Schiff pünktlich um 18:30 in Peso da Régua an, wo der Bus bereits auf uns wartete.

Spät am Abend trafen wir wieder im Hotel da Bolsa im Altstadtzentrum von Porto ein. Die individuelle Abendgestaltung erlaubte uns einen kleinen Einblick in das Nachtleben von Porto.

Sonntag, 3. September 2006

Auch der letzte Tag unserer Reise hatte noch einiges zu bieten.

Um 9:30 Uhr holte uns Fr. Catarina Placido zu einer Stadtführung zu historischen Plätzen, Straßen und Gebäuden durch das UNESCO-Weltkulturerbe ab. Nach der abschließenden Besichtigung der Kathedrale ging es durch versteckte Gassen zum Cais de Ribeira, wo im Restaurant Chez Lapin in einem originellen Ambiente ein portugiesisches Menü für uns serviert wurde.

Gegen 14:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen von Porto und traten unsere Heimreise via Palma de Mallorca nach Österreich an.
Um 23:30 Uhr erreichten wir müde, aber mit vielen Eindrücken reicher unseren Ausgangspunkt Wien.

Gute Organisation, ein interessantes und abwechslungsreiches Programm, schönstes Reisewetter und gute Laune waren die Garanten für eine erfolgreiche Studienreise 2006, an die wir uns gerne erinnern werden.

Willi Gutmayer
Obmann

Fotos Ferencsin | Fotos Krähan | Fotos Manetzgruber

 

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